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Nun viel Spaß beim Stöbern in den Jahrzehnten der Fa. Schmidt-Reisen!

Ein umfangreiches und hochwertiges Reiseprogramm, ein eigener Fuhrpark mit modernen Reisebussen und zur Zeit 24 Mitarbeiter - auf diese Bilanz kann das junge Unternehmen mit „Tradition“ im Jahr 2009 verweisen. Aber bis dahin war es für alle Generationen ein langer und nicht immer einfacher Weg.
Hier finden Sie eine detaillierte Chronik des Familien- und Traditionsbetriebes Schmidt-Reisen, der bis ins Jahr 1926 zurückreicht.

Noch ein Hinweis in eigener Sache: Sollten Sie auf den folgend abgebildeten Fotos jemanden erkennen (vielleicht aus Ihrer Verwandschaft oder Bekanntenkreis) oder wissenswerte Ergänzungen zur Schmidt-Chronik haben, würden wir uns freuen, wenn Sie mit uns in Kontakt treten. Wir würden uns auch freuen, wenn Sie uns Ihre alten Zeitzeugen wie Fotos, Zeitungsartikel einer Schmidt-Reise zur Verfügung stellen könnten.


1926 - 1946

Die Geschichte der Firma Schmidt-Reisen hatte mit der Geschäftsidee des jungen Paul Schmidt begonnen. Damals sollte Bindow, idyllisch in unberührter Natur am Ziestsee gelegen, zum Naherholungsgebiet für die Berliner Bevölkerung ausgebaut werden. Paul Schmidt gründete mit seiner Frau Frieda 1926 einen kleinen privaten Taxibetrieb, mit der Absicht, Erholungssuchende zu chauffieren. Das Taxigeschäft lief aber nur schleppend an, denn nur Wenige konnten sich den Luxus einer Taxifahrt leisten. Bald transportierte das Fuhrunternehmen alles, was es zu transportieren gab - Personen, Kohlen und Kartoffeln. Anfang der 30-er Jahre, mit dem Bau der Autobahn, expandierte der kleine Fuhrbetrieb. Im August 1934 wurde der erste Sohn der Familie, Werner geboren. Ende der 30-er Jahre konnten Paul und Frieda Schmidt sechs LKW's ihr Eigen nennen. Mit Beginn des II. Weltkrieges wendete sich das Blatt. Geschäftlich wurde der jungen Familie die Existenzgrundlage genommen, denn alle Fahrzeuge wurden damals von der Wehrmacht samt dem Fahrpersonal entschädigungslos eingezogen und auch Paul Schmidt mußte seinen Kriegsdienst leisten. Privat stellte sich ein freudiges Ereignis ein, Sohn Wolfgang wurde geboren.


1946 - 1955

Im September 1946 kam Paul Schmidt aus der Kriegsgefangenschaft wieder nach Hause und musste mit seiner kleinen Familie noch einmal ganz von vorn beginnen. Das neue Fuhrunternehmen begann mit einem alten Traktor der Marke „Stock“, welcher bald durch den ersten LKW mit Holzvergaser ersetzt wurde. Neben Lohnfahrten, wie den Transport von Kohlen, Baustoffen und vielen anderen Materialien, wurden auch Personentransporte durchgeführt. Waldarbeiter mussten zu ihren Arbeitsstellen in die umliegenden Wälder gebracht werden. Der Materialtransport und der Personentransport waren jedoch nur mühsam unter einen Hut zu bekommen, denn der LKW musste ständig umgebaut werden. Sitzbänke rauf, Sitzbänke runter, eine schwere Arbeit, bei der auch Sohn Werner tatkräftig mit zupacken musste.
Das sollte sich ändern, als 1952 der erste Bus Marke „Maibach“ gekauft werden konnte. Das Busunternehmen Schmidt war geboren. Im selben Jahr wurde die Konzession für einen kombinierten Berufs- und Linienverkehr erteilt. Der erste Linienverkehr von Bindow – über Senzig – nach Wildau brachte zwei Jahre lang Arbeiter zum VEB Schwermaschinenbau „ Heinrich Rau“. Ein zweiter Linienverkehr für die Strecke Königs Wusterhausen – Zernsdorf – Friedersdorf – Wolzig wurde bis 1990 zur Zufriedenheit der Fahrgäste durchgeführt. Für die Fahrt von Königs Wusterhausen nach Wolzig musste man damals 1,60 Mark bezahlen.


1955 – 1975

Ende der 50-er Jahre wurde der bis 2008 stattfindende Schülerverkehr der Schule Friedersdorf in Verbindung mit der Linie Wolzig übernommen. Die Genehmigung für die Durchführung eines Linienverkehres wurde nur ungern privaten Unternehmen erteilt, aber für die damaligen volkseigenen Betriebe war das Betreiben von Linienverkehren in jedes kleine Dorf der ländlichen Region nicht möglich. Es war eine schwere Zeit für die „Privaten“. Der Kauf eines gebrauchten Busses musste durch mehrere Instanzen, bishin zum Ministerium für Verkehr in Berlin beantragt werden. Ein „neuer“ Bus wurde nur als Ersatz für einen ausgesonderten Schrottbus genehmigt und wenn man Glück hatte, bekam man nach jahrelangem Warten einen neuen Gebrauchten. Viele Stunden harter Arbeit, viel Improvisation waren notwendig, um die veraltete Technik ständig betriebsbereit zu halten. Ende der 50-er Jahre konnte auf diesem Wege ein aus Regierungsbeständen ausgesonderter Mercedesbus MB 12 gekauft werden. Ein richtiges Schmuckstück, auf den die ganze Familie stolz war und der bis 1968 noch gute Dienste leistete. Mitte der 60-er Jahre stieg dann neben dem Bruder Werner auch der jüngere Sohn Wolfgang als Busfahrer mit ins elterliche Geschäft ein. Bis in die 70-er Jahre führte Paul Schmidt gemeinsam mit seinen Söhnen die Firma durch alle Höhen und Tiefen. Zum täglichen Linienverkehr kamen Aufträge vom Rat des Kreises Königs Wusterhausen für diverse Berufsverkehre. Arbeiter wurden von Beeskow nach Eisenhüttenstadt zum Bau des Eisenhüttenkombinats oder von Berlin nach Lotsen bei Wismar zum Aufbau einer Schweinemastanlage gefahren. Die Firma Schmidt hatte sich außerdem durch Brigadefahrten, Fahrten für Sportvereine, die Volkssolidarität und kirchliche Gemeinden in der Region einen guten Namen gemacht. Alle hatten immer viel Spaß, wenn Sie mit den netten Fahrern von Schmidt’s unterwegs waren. Pannen blieben damals nicht aus, aber von eben diesen wird noch heute erzählt und herzhaft darüber gelacht.

1975 – 1989

1975, nach dem Tod von Paul Schmidt, übernahm sein Sohn Werner die Leitung des Unternehmens. Auch er hatte mit den strengen Reglementierungen durch die Staatsorgane zu kämpfen. Jede einzelne Fahrt mußte beim damaligen Kombinat Kraftverkehr beantragt und genehmigt werden. Besonders schwer wurde es mit Beginn der Ölkrise, als es Dieselkraftstoff nur noch auf Marken gab. Sonderfahrten, wie Fahrten für kirchliche Gemeinden und Brigaden wurden rigoros gestrichen. Genehmigt wurden nur noch Berufsverkehre und Fahrten für die Volkssolidarität. Erst Mitte der 80-er wurden diese strengen Auflagen langsam gelockert. Kontinuierlich wurde der Busbetrieb im Laufe der Jahre modernisiert. Gebrauchte Reisebusse der Ikarus-Baureihe ´250/´255 ersetzten die über 20 Jahre alten Ikarus-Busse ´55 (Zigarre). Heute ist es kaum vorstellbar, dass damals auf einen zum Schrott ausgesonderten Ikarus-Bus über 600 Anmeldungen bei der DAZ vorlagen. 1984 machte Erwin Schmidt seinen Busführerschein und ist seitdem als Busfahrer im Unternehmen beschäftigt.

ab 2000

Nun, da wir den Start in ein neues Jahrtausend gut überstanden haben und auch unsere EDV-Anlage uns nicht im Stich gelassen hat, konnten wir uns der Zukunft zuwenden und nach vorne blicken. Wir nahmen ein Vorhaben in Angriff, dass uns schon länger auf dem Herzen lag. Die gesamte Firma Schmidt-Reisen bezog ein Firmengelände im Gewerbegebiet Zeesen mit neuem Betriebshof, Bürogebäude, Wartungshalle und Abstellflächen für unsere Reisebusse. Seit Beginn der Firmengeschichte befand sich unser alter Betriebshof im kleinen Örtchen Bindow, in einem sogenannten Mischgebiet, in dem Wohn- und Gewerbeflächen aneinandergrenzen. Der Betriebshof war von Privatgrundstücken mit Einfamilienhäusern umgeben. Die oft hektische Geräuschkulisse bei der Abfahrt in den frühen Morgenstunden und bei der Ankunft zur Abendstunde verlangte bei unseren Nachbarn oft große Toleranz ab. So freuen wir uns über die Entscheidung, einen geeigneteren Standort gefunden zu haben und denken, dass alle Beteiligten Vorteile davon haben.

Am 31.03.2001 feierten wir mit 3000 Gästen unser 75-jähriges Betriebsjubiläum. Der Höhepunkt war die Einweihung des neuen Betriebsobjektes in Zeesen. Ein weiterer Höhepunkt ließ nicht lange auf sich warten. Das benachbarte Traditions-Busunternehmen Werner Fröscher übergab im Jahr 2004 seine Verkehre mit gutem Gewissen in unsere Hände. Die schnelle Entwicklung der Berliner Randregion und der intensive Ausbau des Reiseverkehrs bestärkte uns in der Entscheidung, den seit 1958 durchgeführten Linienverkehr im Jahr 2008 an die Regionale Verkehrsgesellschaft des Landkreises Dahme-Spreewald abzugeben. Heute, wo selbst Einkaufsmärkte und Autohäuser den Verkauf von Reisen als Einnahmequelle ansehen, macht es uns mehr Spaß denn je, wirklich gute Reisen zu organisieren. Qualität, Freundlichkeit, ein eigener gepflegter Fuhrpark, Service und zuverlässige Vertragspartner in ganz Europa machen eine Schmidt-Urlaubsreise zu einem unvergesslichen Erlebnis. Vielleicht begleiten auch Sie uns ein Stück in unserer Firmengeschichte, wir freuen uns auf Sie, ob als Partner, Reisegast oder Geschäftsfreund.

 

Mit besten Wünschen

Ihr Armin Schmidt und sein Reiseteam